Aduno Gruppe gestaltet das erste semester 2016 erfolgreich

Getragen vom weiterhin freundlichen Konsumklima wuchs die Aduno Gruppe im Bereich Payment deutlich und übersprang erstmals die Schwelle von 1.4 Millionen herausgegebenen Karten. Die digitale Transformation des Kartengeschäfts wurde weiter vorangetrieben. Der Bereich Consumer Finance hat sich in einem umkämpften Markt recht gut behauptet.

Die Aduno Gruppe war im ersten Halbjahr 2016 gut unterwegs und steigerte den Umsatz gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahrs um 28.5 Prozent auf CHF 315.1 Mio. Mitverantwortlich für das Wachstum ist eine solide Leistung des Geschäftsbereichs Payment mit dem Issuing-Geschäft der Viseca Card Services SA (Viseca), dem Acquiring-Geschäft der Aduno SA (Aduno) sowie der AdunoKaution AG (AdunoKaution). Im Umsatz enthalten ist zudem eine substanzielle einmalige Zuwendung, welche die Aduno Gruppe als Mitgliedsinstitut der Visa Europe Ltd. im Zuge von deren Übernahme durch die Visa Inc. erhielt. Der Bereich Payment konnte das Geschäftsvolumen erheblich ausweiten und dadurch den Rückgang beim Kommissionsertrag aufgrund der regulatorisch tieferen domestischen Inter­change Fee von 0.7 Prozent gegenüber 0.95 Prozent, die seit August 2015 gilt, teilweise ausgleichen. Erfreulich ist auch der Anstieg der Neuverkäufe im Kartengeschäft, was sich in steigenden Jahresgebühren äussert und künftig höhere Kommissionserträge zur Folge hat.

Der Geschäftsbereich Consumer Finance mit der cashgate AG (cashgate) war im ersten Semester 2016 mit einem weiterhin rückläufigen Markt konfrontiert. Vor diesem Hintergrund ist besonders erfreulich, dass das Privatkreditgeschäft dennoch an Neuvolumen zulegen konnte. Dadurch gelang es, sowohl die sinkenden Margen aufgrund der verordneten Senkung des Höchstzinssatzes bei Privatkrediten, welche vorzeitig per 1. April 2016 umgesetzt wurde, als auch das sinkende Volumen im Leasing nahezu auszugleichen.

Die Aduno Gruppe hat im Berichtszeitraum weiterhin in erheblichem Umfang in Projekte für die digitale Transformation und für das Mobile Payment investiert. Das zeigt sich nicht zuletzt im Personalbestand: Zur Jahresmitte 2016 beschäftigte die Aduno Gruppe 806 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente), 50 mehr als Anfang Jahr. Entsprechend hat sich auch der Personalaufwand gegenüber dem Vergleichssemester erhöht. Für das erste Halbjahr 2016 resultierte ein operatives Ergebnis von CHF 89.6 Mio. Das ist mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahressemester, zu einem wesentlichen Teil aber auf den Sonderertrag aus der Visa-Zuwendung zurückzuführen. Der Reingewinn betrug CHF 74.9 Mio.

Digitale Angebote finden Anklang

Der Bereich Payment hat in der Berichtsperiode die digitale Transformation von Kredit- und PrePaid-Karten und ihre digitalen Zahllösungen weiter vorangetrieben. Eine Erfolgsgeschichte ist die Lancierung von VisecaOne und Viseca MasterPass: Mehr als 400’000 Kartenin­haber von Viseca haben sich bereits für diese digitalen Services registriert und die kostenlose VisecaOne App installiert. Sie profitieren damit von einem einfachen, aber sehr sicheren Authentifizierungsverfahren für das Bezahlen im Internet. Gleichzeitig können sie mit Viseca MasterPass ein gemeinsam mit MasterCard entwickeltes digitales Portemonnaie nutzen. Viseca MasterPass ist im Unterschied zu anderen Digital Wallets global verfügbar, bisher in 34 Ländern eingeführt und damit auch in ausländischen Online-Shops für Kunden der Viseca nutzbar. In der Schweiz wird Viseca MasterPass bereits von über 2’500 Online-Händlern unterstützt.

Die zusammen mit dem Fintech Start-up Contovista AG entwickelte Kreditkartenschnittstelle für deren Personal-Finance-Management-Lösung stiess bei Kunden und Partnerbanken ebenfalls auf positive Resonanz. Mit dem aktivierten Service im E-Banking-Portal der Hausbank können Kreditkartentransaktionen aufgelistet, sämtliche Transaktionen im E-Banking durchsucht, in übersichtlichen Grafiken visualisiert und ganz einfach und individualisiert die Ausgaben im Überblick behalten werden. Mit Blick auf das grosse Potenzial solcher Data-Analytics-Lösungen hat sich die Aduno Gruppe mit 14.3 Prozent an der Contovista AG beteiligt.

Weiterhin beliebt bei Karteninhabern und Händlern ist das Bonusprogramm surprize, das ebenfalls auf der intelligenten Verknüpfung digitaler Daten basiert. Im ersten Semester kamen zahlreiche neuer Partner aus den Bereichen Konsumgüter, Bekleidung und Transport hinzu, was die Auswahl an attraktiven Prämien für Karteninhaber nochmals erweitert. Über 300‘000 Kunden sind heute bei surprize registriert und profitieren von den Angeboten von derzeit 49 Partnern.

Bereich Payment als Wachstumsmotor der Gruppe

Der Geschäftsbereich Payment steigerte das Umsatz­volumen in den ersten sechs Monaten 2016 um 6.4 Prozent auf CHF 7.9 Mrd., wobei sich das Volumen je hälftig auf das Issuing- und das Acquiring-Geschäft verteilte. Die Anzahl Transaktionen nahm sogar um 14.7 Prozent auf 90.7 Millionen zu.

Im Issuing realisierte Viseca ein Transaktionsvolumen von CHF 4.0 Mrd., 6.6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Das Volumen im Inland stieg mit 8.6 Prozent stärker als dasjenige im Ausland mit einem Plus von 4.5 Prozent. Dies markiert in gewisser Weise eine Rückkehr zur «Normalität». Im Vorjahr war das Volumen im Ausland, bedingt durch den Einkaufstourismus im Zuge der Frankenstärke, deutlich stärker gewachsen. Diese Situation hat sich mit dem schwächeren Franken im ersten Halbjahr 2016 entspannt.

Sehr erfreulich ist der Anstieg der Neuverkäufe von Kreditkarten um 14.2 Prozent. Viseca hat die Attraktivität ihrer Kreditkarten durch den Ausbau der Versicherungsdienstleistungen für Karteninhaber und die Optimierung der Gebührenstruktur im ersten Halbjahr 2016 weiter erhöht. Dank dem Schwung bei den Neuverkäufen stieg der Kartenbestand auf das Rekordniveau von 1.4 Millionen. Damit konnte Viseca ihren Marktanteil – sowohl gemessen am Transaktionsumsatz als auch auf Basis des Kartenbestands – im Vergleich zur Vorjahresperiode ausbauen.

Das Acquiring-Volumen von Aduno stieg im ersten Halbjahr 2016 um 6.2 Prozent – nahezu im Gleichschritt mit dem Issuing – auf CHF 3.9 Mrd. Erfreulich ist, dass das Wachstum über alle Bereiche erfolgte: Im Debit-Bereich nahm das Volumen um 6.5 Prozent zu, im Credit-Geschäft um 5.9 Prozent. Ebenso nahmen die Umsätze von Personen aus dem Inland und dem Ausland klar zu.

Das Produktportfolio der Gruppe wurde im zweiten Quartal durch die mobile Bezahllösung (mPOS) Aduno Anypay komplettiert. Anypay ist ein leistungsfähiger mobiler Kartenleser, der über eine Bluetooth-Verbindung mit einer App auf dem Smartphone oder Tablet verbunden wird und die Akzeptanz aller gängigen Karten inklusive Postcard ermöglicht. Anypay ist kontaktlos und Mobile-Payment-fähig und richtet sich vor allem an kleinere Gewerbetreibende, die eine einfache, sichere und kostengünstige Lösung für das bargeldlose Bezahlen suchen.

Sehr gut entwickelt hat sich im Berichtszeitraum die Tochtergesellschaft Vibbek AG. Sie konnte für ihre Cloud-basierte Software für Zahlterminals einen Schweizer Grosskunden sowie weitere internationale Kunden gewinnen. Insgesamt nutzen heute bereits mehr als 10’000 Terminals die Vibbek-Software. Die Cloud-Lösung bringt insbesondere grossen Händlern mit zahlreichen Verkaufsstandorten eine erhebliche Prozessvereinfachung.

Auf Anfang Juli 2016 hat die Aduno Gruppe die vor allem im Grossraum Genf tätige SmartCaution SA übernommen. Durch die Akquisition stösst sie im Markt für Depotbürgschaften neu in die Westschweiz vor. SmartCaution wird weiterhin unter eigenem Namen innerhalb des Bereichs Payment tätig sein, für ihre Kunden ändert sich nichts und alle Mitarbeitenden von SmartCaution werden weiterbeschäftigt. Das bestehende Mietkautionsgeschäft der AdunoKaution wurde in der Berichtsperiode am Standort Zürich stärker in die Aduno Gruppe integriert und tritt mit einem neuen Erscheinungsbild am Markt auf.

Consumer Finance trotzt herausfordernden Marktbedingungen

Der Geschäftsbereich Consumer Finance mit dem Privatkredit- und dem Leasinggeschäft der cashgate sah sich im ersten Halbjahr 2016 mit einem anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert. Das zeigt sich am Neuvolumen, das mit CHF 416.6 Mio. um 3.5 Prozent tiefer lag als im ersten Semester des Vorjahrs. Sowohl der Markt für Privatkredite als auch der Leasingmarkt waren rückläufig.

Es ist positiv zu werten, dass cashgate im Privatkreditbereich den Wachstumskurs dennoch fortsetzen und das Neuvolumen um 1.9 Prozent sowie den Kreditbestand um 6.5 Prozent steigern konnte. Sie konnte damit ihren Marktanteil weiter ausbauen. Dazu beigetragen hat, dass cashgate ihr erfolgreiches zweistufiges Preismodell schon frühzeitig auf den ab Mitte Jahr geltenden Maximalzins für Privatkredite von 10 Prozent angepasst hat. Seit April gelten die neuen, bezüglich der jeweiligen Anforderungen an die Kunden weiterhin transparenten Zinssätze von 7.9 und 9.9 Prozent. Zusätzlich wurde für Kunden, die Wohneigentum besitzen, ein spezieller Zinssatz von 4.9 Prozent eingeführt.

Der Leasingmarkt blieb im ersten Semester 2016 eine Herausforderung. Die Autopreise verharrten auf tiefem Niveau und die weiterhin aggressive Preispolitik der Hersteller-eigenen Leasinggesellschaften setzte die Margen unter Druck. Als Konsequenz verzeichnete cashgate ein um 9.8 Prozent unter der Vorjahres­periode liegendes Leasingneugeschäft. Der Bestand ging um 9.1 Prozent zurück. Als innovative Erweiterung ihres Angebots hat cashgate im Mai das Produkt Revi Leasing Senior eingeführt. Es unterstützt Pensionierte bei ihrer Mobilität und spricht damit ein neues Kunden­segment an.